Interview mit Herrn Honig


Herr Honig ist 26 Jahre alt. Er ist Sportler. Vergangene Woche hat er einen neuen Weltrekord über 100 Meter aufgestellt – er lief die Distanz in sagenhaften 8.96 Sekunden. Die Dopingvorwürfe, die gegen ihn laut wurden, mussten zurückgewiesen werden – es hatte sich herausgestellt, dass Herr Honig beim Binden seiner Schuhe von einer Hantel am Kopf getroffen wurde, was ihn zwang, seine Zahnpasta, die noch in Resten in seinen Zähnen hing, zu schlucken. Dadurch erhöhten sich seine Werte um 0.0001 Promille, weshalb er als 'gedopt' durchgegangen ist.


Aber genug von diesem lächerlichen Geschwätz: Begrüssen Sie mit mir unseren Sport-Superstar – Herr Honig!


klatschen vom Publikum – Die 'Buh-Rufer', werden von den Sicherheitskräften abgeführt. Honig tritt ein und weicht ein paar Tomaten aus, die geworfen werden. Der Gemüsehändler wird mit einem Elektroschockgerät zur Strecke gebracht. Die restlichen Zuschauer klatschen eifrig weiter.


Moderator: Guten Tag Herr Honig! Der Moderator ist sichtlich begeistert


Herr Honig: Hallo Herr Limbo. Es freut mich sehr, hier sein zu dürfen.


Moderator: Zuerst möchte ich Ihnen herzlich zu ihrem Weltrekord gratulieren – es war sicher nicht einfach, die Marke um fast eine Sekunde zu senken.


Herr Honig: Eigentlich war's ganz einfach – ich hab mich mit Steroiden – heh – mit Orangensaft voll gepumpt und schon gings – ganz einfach.


Moderator: Ah ja Der Moderator rückt seine Brille zurecht. Und was haben Sie zu den Dopingvorwürfen zu sagen? Wir alle wissen, dass sie unschuldig sind – aber könnten Sie nochmal Stellung dazu nehmen?


Herr Honig: Aber sicher doch Plötzlich klingelt die Uhr an Herr Honigs Arm Oh – Verzeihung – ich muss etwas erledigen. Mit diesen Worten holt Herr Honig eine gigantisch grosse Spritze, mit dem Aufkleber 'Steroid x201' aus seinem Anzug und verpasst sich eine Ladung in den Oberarm. Danach sieht er ein wenig benommen aus. Was fragten sie gleich nochmal?


Moderator: War das eine Spritze?!


Herr Honig: Was meinen Sie? Ich hab nichts gesehen kichert


Moderator: leicht verwirrt Ehm – nun – nehmen Sie doch noch Stellung zu den Dopingvorwürfen.


Herr Honig Ah ja. Nun – ich kann nur sagen, dass ich von nichts weiss – ich bin so unschuldig wie Judas – ich meine natürlich Jesus. Schaut nervös auf die Uhr Ich bin ein Opfer all der Neider, die mir meinen Erfolg nicht gönnen wollen! Früher waren die Trainingsmethoden völlig veraltet – können Sie sich vorstellen, dass Emil Zatopek mit Militärstiefeln und einem beladenen Rucksack trainiert hat? Wie vulgär! Heute haben wir viel effizientere Methoden. Seine Uhr beginnt wieder zu klingeln Moment bitte! Er steht auf, nimmt die gleiche Spritze von vorhin und knallt sie sich in seinen Hintern. Ah – es geht nichts über intravenösen Orangensaft – yep hehe Seine Nase färbt sich ein wenig Rot.


Moderator: ziemlich verwirrt Ehm ja – und nun zu ihren zukünftigen Vorhaben: Was wollen Sie denn noch erreichen?


Herr Honig: Nun – ich werde wohl noch den Weltrekord über 200 und 400 Meter brechen – und dann sehen, ob die Dopingmittel – eh – meine Kraft noch ausreicht um eventuel noch über 800 Meter zu starten. Jetzt muss ich aber wirklich gehen Mit diesen Worten wirft er eine Tablette ein, zündet sich einen Joint an und springt mit einem doppelten Salto über die Köpfe der jubelnden Masse. Er winkt nochmal, bevor er von seinen Betreuern auf eine Barre gelegt und mit neuen Steroiden versorgt wird.